Fachgespräch „Ein offenes Ohr für unsere Hebammen“ am 21.1.2026 im Bürgertreff Neuendettelsau – Konkrete Lösungen für eine verlässliche Versorgung im Landkreis Ansbach

Beim Fachgespräch „Ein offenes Ohr für unsere Hebammen“ kamen Vertreterinnen von Bündnis 90/Die Grünen mit Hebammen aus dem Landkreis Ansbach zusammen, um über die aktuell angespannte Versorgungslage und mögliche Lösungsansätze zu sprechen. An dem Austausch nahmen die Landratskandidatin Sophia Göppel-Kraft, die Bürgermeisterkandidatinnen Gabi Schaaf und Sarah Friedrich-Bernhardt, der Bürgermeisterkandidat Andreas Götz sowie die Kreisvorsitzende Franziska Wurzinger teil. Begleitet wurden sie von weiteren Kreistagskandidierenden.

Im Mittelpunkt standen die zunehmenden Herausforderungen im Hebammenberuf – insbesondere durch die jüngsten Änderungen im Hebammenhilfevertrag sowie durch tarifliche Neuregelungen im TVöD. Gemeinsam mit den Hebammen wurden konkrete Maßnahmen diskutiert, mit denen der Landkreis Ansbach (streichen) die Situation spürbar verbessert werden könnte.

Drei zentrale Handlungsfelder wurden dabei benannt, für die sich unsere Kandidatinnen und Kandidaten einsetzen möchten:

  1. Kommunale Unterstützung und Entlastung im Arbeitsalltag
    Der Landkreis könnte gemeinsam mit den Kommunen kostengünstige Räumlichkeiten vermitteln, um Hebammen Zusatzangebote wie Rückbildungskurse, Babykurse oder Beratungen zu ermöglichen – insbesondere für jene, die sich eigene Praxisräume nicht leisten können. Ergänzend könnten praktische Unterstützungen wie Parkgenehmigungen in den größeren Städten oder weitere Benefits eingeführt werden, um Hebammen bei ihrer mobilen Arbeit im gesamten Landkreis zu entlasten.
  2. Einsatz auf Landesebene für faire Vergütung und realistische Rahmenbedingungen
    Als flächengrößter Landkreis Bayerns ist Ansbach besonders von der Neuregelung im Hebammenhilfevertrag betroffen, wonach Leistungen außerhalb eines Radius von 25 Kilometern nicht mehr vergütet werden. Der Landkreis sollte sich klar dafür einsetzen, dass diese Regelung angepasst wird, da sie die Versorgung im ländlichen Raum massiv gefährdet. Gerade weite Wege gehören hier zum Berufsalltag und dürfen nicht zum finanziellen Nachteil werden.
  3. Faire Übergangsregelungen und Bürokratieabbau
    Bei der Höhergruppierung angestellter Hebammen mit dreijähriger Ausbildung und mindestens dreijähriger Berufserfahrung im TVöD braucht es in der Ansbacher Klinik praktikable und einheitliche Übergangsregelungen. Die Berufserfahrung der Hebammen muss dabei ausdrücklich anerkannt werden, um erfahrene Kolleginnen entsprechend gerecht zu bezahlen und in den Kreißsälen zu halten. Unterschiedliche Regelungen zwischen Kolleginnen mit vergleichbaren Qualifikationen oder Sonderlösungen einzelner Häuser führen hingegen zu Verunsicherung und Unmut.

Gleichzeitig ist ein deutlicher Bürokratieabbau notwendig. Hebammen dürfen nicht durch übermäßige Dokumentationspflichten belastet oder unter Generalverdacht gestellt werden, falsch abzurechnen. Ihre Arbeitszeit wird dringend für die Betreuung von Müttern, Neugeborenen und Familien gebraucht.

Landratskandidatin Sophia Göppel-Kraft betonte die Bedeutung einer verlässlichen Versorgung gerade im ländlichen Raum:

„Als Mutter von zwei Kindern weiß ich aus eigener Erfahrung, wie entscheidend eine gute und verlässliche Hebammenversorgung ist – insbesondere in einem so weitläufigen Landkreis wie Ansbach. Der Blick muss viel stärker auf den Anfang des Lebens gerichtet werden: auf die Kinder, die hier geboren werden. Sie sollen in unserem Landkreis sicher und gut begleitet ins Leben starten können.“

Alle Beteiligten waren sich einig, dass eine verlässliche Hebammenversorgung entscheidend für die Zukunft des Landkreises ist. Ohne sie droht ein Teufelskreis: Familien siedeln sich nicht an, Versorgungsstrukturen brechen weg und ganze Regionen drohen abgehängt zu werden – wie es derzeit etwa im Raum Feuchtwangen sichtbar wird, wo die Hebammenversorgung bereits stark eingeschränkt ist.

Schwangere Frauen müssen auch weiterhin eine Wahlfreiheit für die Geburt ihres Kindes haben. Die geburtshilfliche Klinik in Ansbach und Geburtshäuser stehen dabei nicht in Konkurrenz zueinander, sondern profitieren von einem sich gegenseitig ergänzenden Angebot und einer guten Kooperation. Entscheidend für Geburtshäuser ist die klinische Anbindung, damit Mütter im Notfall schnell in eine geeignete Klinik eingewiesen werden können. Deshalb gilt es die Geburtshilfe in Ansbach zu erhalten und so attraktiv wie möglich zu gestalten.

„Unsere Mütter, Babys und Familien – und damit die Zukunft unseres Landkreises – müssen im Mittelpunkt stehen“, so das gemeinsame Fazit des Fachgesprächs.

Pressemitteilung
Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Ansbach