Landwirtschaft und Naturschutz gehen Hand in Hand

Bei der Podiumsdiskussion im Gasthaus Bergwirt in Herrieden stand für mich als Landratskandidatin vor allem eines im Mittelpunkt: Die Land- und Hauswirtschaft braucht unsere Unterstützung!

Derzeit ist stark zu erkennen: Bio boomt – wir brauchen mehr Biolandwirtschaft, damit wir regional die Nachfrage abdecken können!

Das Landesprogramm BioRegio 2030 gibt die Richtung vor: 30 % Ökofläche in Bayern bis 2030. Schon heute werden in Bayern rund 13,9 % der Flächen ökologisch bewirtschaftet, über ein Fünftel der gesamten Biofläche Deutschlands liegt hier. Das ist ein starkes Fundament – und zeigt, welches Potenzial in diesem Weg steckt. Wichtig ist dabei: Mehr Bio braucht passende Absatzmärkte und regionale Wertschöpfung.

Jeder Cent, der in den Ökolandbau fließt, rentiert sich am Ende gesellschaftlich – bei Artenvielfalt und Trinkwasserschutz.

Ein zentraler Baustein dafür ist die Öko-Modellregion. Sie bringt allen etwas, wenn man tragfähige Strukturen schafft: durch Beratung, Fortbildungen, gemeinsame Projekte, Vermarktungsstrukturen und Nachfrageanreize. Das gilt nicht nur für Bio-Betriebe – auch die konventionelle Landwirtschaft profitiert von funktionierenden regionalen Strukturen, kurzen Wegen und stabilen Vermarktungsketten.
Ein wichtiger Hebel sind Gemeinschaftseinrichtungen: In Kantinen, Krankenhäusern, Schulen und Kitas könnten regionale und ökologische Produkte deutlich stärker eingesetzt werden – das schafft Nachfrage und gibt den Betrieben Planungssicherheit. Gleichzeitig müssen wir ehrlich benennen: Ohne regionale Verarbeitungsstrukturen – Molkerei, Schlachthof, Mühlen – bleiben viele Potenziale ungenutzt. Hier braucht es Perspektiven für den Landkreis.

Auch beim Naturschutz ist mir eine pragmatische Sicht wichtig. Der Biber ist ein „Landschaftsarchitekt“ mit großem Mehrwert für die Biodiversität – gleichzeitig braucht es Lösungen dort, wo Infrastruktur und landwirtschaftliche Nutzung beeinträchtigt werden. Naturschutz funktioniert nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort, nicht gegen sie.

Der offene, atmende Boden ist unser ökologisches Fundament. Wiesen und Felder speichern CO₂ und binden den Kohlenstoff als Dauerhumus. Unverbautes Land bekommt deshalb für die kommenden Jahrzehnte eine ganz andere Wertigkeit.
Genau deshalb müssen wir Landwirtschaft, Bodenschutz und Flächensparen zusammendenken – und die Betriebe stärken, die diesen Weg bereits gehen oder gehen wollen.

Danke an BBV, VLF, VLM, ASA und MR, dass sie diesem wichtigen Austausch die entsprechende Bühne gegeben haben.

Weitere Beiträge