Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch im Landkreis Ansbach immer deutlicher spürbar. Ende Juni hatte wir in der Region eine Hitzewelle mit einer Länge von elf Tagen und Höchsttemperaturen von über 38 Grad. Eine längere und heißere Hitzewelle hatten wir im Landkreis noch nie erleben müssen. Gleichzeitig schätzt das Robert Koch-Institut, dass bereits bis Ende Juni bundesweit rund 5.100 Menschen an den Folgen der Hitze verstorben sind. Eine neue Hitzewelle steht in den nächsten Tagen bevor.
Hitze gehört mittlerweile zu den größten klimabedingten Gesundheitsrisiken in Deutschland. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Beschäftigte im Freien. Gleichzeitig trägt der Landkreis Verantwortung für Schulen, den öffentlichen Gesundheitsdienst sowie zahlreiche koordinierende Aufgaben im Bevölkerungsschutz und kann die kreisangehörigen Kommunen bei der Klimaanpassung unterstützen.
Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Gesundheitliche Auswirkungen
- Ist der Landkreisverwaltung bekannt, wie viele hitzebedingte Todesfälle oder hitzebedingte Krankenhausaufenthalte es in den vergangenen Jahren im Landkreis Ansbach gab?
- Falls hierzu keine Daten vorliegen: Gibt es Überlegungen, künftig gemeinsam mit Gesundheitsamt, Kliniken oder dem Freistaat Bayern entsprechende Daten zu erfassen?
2. Kommunikation und Schutz vulnerabler Gruppen
- Welche Maßnahmen zur Information und Sensibilisierung der Bevölkerung wurden während der vergangenen Hitzeperioden umgesetzt?
- Wie wurden insbesondere vulnerable Bevölkerungsgruppen (z. B. ältere Menschen, Pflegebedürftige, Menschen mit Vorerkrankungen, Familien mit kleinen Kindern sowie Obdachlose) gezielt erreicht?
- Welche Rolle spielen hierbei Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Krankenhäuser, Apotheken oder soziale Einrichtungen?
- Werden Warnungen des Deutschen Wetterdienstes systematisch genutzt und weitergegeben?
3. Bewertung bisheriger Hitzeschutzmaßnahmen
- Welche Hitzeschutzmaßnahmen wurden im Landkreis Ansbach bislang umgesetzt?
- Wie bewertet die Landkreisverwaltung deren Wirksamkeit?
- In welchen Bereichen sieht die Verwaltung kurzfristigen, mittelfristigen oder langfristigen Nachsteuerungsbedarf?
4. Hitzeschutz in den Schulen des Landkreises
- Wie ist der aktuelle Stand des Hitzeschutzes an den Schulen in Trägerschaft des Landkreises?
- Welche Schulen verfügen bereits über wirksame Maßnahmen wie außenliegenden Sonnenschutz, Verschattung, Dach- und Fassadenbegrünung, moderne Lüftungstechnik oder Kühlmöglichkeiten?
- Wo besteht aus Sicht der Verwaltung Sanierungs- oder Nachrüstungsbedarf?
- Ist vorgesehen, besonders stark betroffene Unterrichts- oder Fachräume mit geeigneten Klimatisierungs- oder Lüftungssystemen nachzurüsten?
5. Unterstützung der Städte und Gemeinden
- Wie unterstützt der Landkreis seine Städte und Gemeinden bei Maßnahmen zur Klimaanpassung und zum Hitzeschutz?
- Gibt es Beratungsangebote oder Fördermöglichkeiten für Maßnahmen wie Stadt- und Ortsbegrünung, Entsiegelung, Baumpflanzungen, Verschattung öffentlicher Plätze, Schwammstadt – Konzepte, Trinkwasserangebote oder kommunale Hitzeaktionspläne?
- Sieht die Landkreisverwaltung Potenzial für einen landkreisweiten Maßnahmenkatalog oder Leitfaden, um Kommunen bei der Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen zu unterstützen?
6. Langfristige Strategie
- Ist es geplant, dass der Landkreis Ansbach einen Hitzeaktionsplan oder eine übergreifende Strategie zur Anpassung an zunehmende Hitzeperioden aufstellt?
- Welche personellen und finanziellen Ressourcen wären hierfür erforderlich?
Begründung
Der Klimawandel verändert zunehmend die Lebensbedingungen auch im Landkreis Ansbach. Die jüngsten Hitzerekorde mit einer Länge von elf Tagen und Höchsttemperaturen von über 38 Grad sowie die bevorstehende Hitzewelle verdeutlichen, dass extreme Hitzeereignisse häufiger, intensiver und länger andauern werden. Neben den gesundheitlichen Belastungen steigt auch der Handlungsdruck für Kommunen und Landkreise, öffentliche Infrastruktur sowie Einrichtungen an diese Entwicklungen anzupassen.
Hitze ist mittlerweile eines der größten klimabedingten Gesundheitsrisiken. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts sind allein bis Ende Juni dieses Jahres bundesweit bereits rund 5.100 Menschen an den Folgen der Hitze verstorben. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder, Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie Pflegebedürftige.
Der Landkreis Ansbach trägt Verantwortung für Schulen, den öffentlichen Gesundheitsdienst sowie die Koordination des Bevölkerungsschutzes. Darüber hinaus kann er die kreisangehörigen Städte und Gemeinden bei Maßnahmen zur Klimaanpassung fachlich begleiten und unterstützen. Neben kurzfristigen Maßnahmen wie einer wirksamen Kommunikation von Hitzewarnungen, dem Schutz vulnerabler Gruppen und der Bereitstellung kühler Aufenthaltsorte sind langfristige Investitionen in klimaresiliente Gebäude, Begrünung, Entsiegelung und kommunale Hitzeaktionspläne erforderlich.
Ziel dieser Anfrage ist es daher, einen Überblick über den aktuellen Stand des Hitzeschutzes im Landkreis Ansbach zu erhalten, bestehende Handlungsbedarfe zu identifizieren und gemeinsam die Resilienz des Landkreises gegenüber zunehmenden Hitzeextremen zu stärken.



